Der heimische Döbel ist ein kraftvoller Fisch unserer Flüsse. Er ist ein Allesfresser und wächst schnell, was ihn zu einem beliebten Zielfisch für Angler macht. Er ist aber auch vorsichtig und sehr scheu, was das Angeln auf ihn zu einer echten Herausforderung werden lässt.
In schnell fließenden Flüssen sind Döbel besonders schwer zu fangen. Die richtige Angelstrategie ist entscheidend, um erfolgreich zu sein. Eine dieser Strategien ist zunächst einmal das Finden der Fische, indem man ihre bevorzugten Standplätze ausfindig macht.
Döbel-Hotspots im Fluss
Das beigefügte Bild veranschaulicht einen typischen Hotspot für Döbel im Fluss. In diesem Beispiel sehen wir eine Fluss-Innenkurve, in der die Strömung langsamer ist. Der große Baum am Ufer wirft einen tiefen Schatten auf das Wasser. Das ist der Bereich, in dem sich der Döbel besonders im Sommer am liebsten aufhält.
- Schatten und Schutz: Döbel sind sehr scheu und suchen oft Schutz. Der Schatten eines großen Baumes schützt sie nicht nur vor der Sonne, sondern bietet auch Deckung vor Raubvögeln und anderen Gefahren. Er vermittelt ihnen ein Gefühl der Sicherheit, was sie weniger vorsichtig macht.
- Strömungsschatten: Die Strömung in der Innenkurve ist deutlich langsamer als in der Außenkurve. In diesem Bereich lagern sich durch die geringere Strömung feine Partikel und Kies ab, was den Grund deutlich flacher macht. Dieser "Strömungsschatten" ist ein idealer Ort für Döbel, um sich auszuruhen und auf Beute zu lauern.
- Futterquelle: Der äußere Bereich der Kurve hat immer eine schnellere Strömung, die ständig Nahrung wie Insektenlarven, Würmer, Krebse und kleine Fische mit sich führt. Die Döbel positionieren sich an der Kante des Strömungsschattens, um die vorbeischwimmende Nahrung bequem zu fangen, ohne viel Energie aufzuwenden. Sie verweilen im langsamen Wasser im Schatten und warten auf ihre Mahlzeit.

Das Winterangeln in der Elbe kann im Januar zur echten Geduldsprobe werden. Bei Schneegestöber, eisigem Wind und Minusgraden ging es früh morgens ans Wasser – dick eingepackt, voller Hoffnung. Doch wie so oft im Winter zeigte sich schnell, dass Zander in der kalten Jahreszeit nur wenige Beißphasen pro Tag haben. Den ganzen Tag über herrschte absolute Funkstille – nicht ein einziger Kontakt. Die Bedingungen wechselten von Schneegestöber über Sonne bis hin zum bedecktem Himmel. Die Finger werden dabei trotz Handschuhen schnell taub. In solchen Momenten ist Durchhaltevermögen gefragt. Erst kurz vor Schluss, als ich meine Hoffnung fast schon aufgegeben hatte, kam doch noch Leben in die Rute. Der Biss war zunächst kaum spürbar, eher ein Festhalten" – typisch für diese vorsichtigen Bisse im Winter. Doch beim Anhieb zeigte sich: Kein Zander, sondern ein Hecht hatte sich meinen Köder geschnappt. Ein überraschender Beifang und der einzige Fisch des Tages – aber immerhin ein versöhnlicher Abschluss dieses Winterangeltages.




Unsere diesjährige Meerforellentour im Herbst führte Mark und mich wieder einmal auf die schöne dänische Insel Mön. Diesmal nur zu zweit, ohne Yannik, hatten wir die 5 Tage vor Ort mit vielen unterschiedlichen Windrichtungen und extrem schwankenden Wasserständen zu tun. Eine echte Herausforderung wie sich herausstellte, denn es waren über die gesamten 5 Tage die weitläufigen und sicher geglaubten Top-Plätze „Nordfeld“, „Pomlerende“ und „Liselund“ wegen des heftigen Nordwindes nicht befischbar. Diese Spots hatten uns in den vergangenen Jahren eigentlich immer zuverlässig Fisch an die Fliege gebracht. Hier war aber dieses Jahr nichts zu machen, daher konzentrierten wir uns auf den südlichen Teil der Insel, mit den uns ebenfalls gut bekannnten Spots zwischen den Strandabschnitten: „Tovelde“ bis „Slotshaven“. Hier gelang es uns mit unseren Fliegenruten, trotz der teilweise sehr stark schwankenden Wasserständen, einzelne vielversprechende Stellen gezielt und intensiv zu befischen. Wie sich herausstellte konzentrierten sich die Meerforellen je nach Wasserstand, der von Tag zu Tag mit bis zu 100cm ungewöhnlich stark schwankte, auf einzelne, extrem kleine Bereiche. Dies waren vorwiegend die tieferen Rinnen zwischen Uferbereich und erster Sandbank, durchsetzt mit Kraut- oder Gesteinsformationen. Diese Rinnen mussten allerdings eine Verbindung ins offene Wasser und möglichst dazu eine Querströmung, sowie dunklen Untergrund in der Nähe haben. Traf man beim Wurf nicht genau die richtige Weite, blieb der Biss aus und die Fliege wurde verschmäht. Die Kontaktbereiche, die die Meerforellen bejagten, beschränkten sich erstaunlicherweise nur auf ganz wenige Quadratmeter. Erreichte man aber diesen „heißen Bereich“, wurde fast jeder Wurf mit einer Attacke quittiert. Daher bleibt nach dieser Tour mal wieder die Erkenntnis: Beim Meerforellenangeln muss jeder Spot immer Meter für Meter sehr konzentriert abgefischt werden, sonst kann der Erfolg sehr schnell ausbleiben!
tight lines
Björn




