Am Donnerstag um 8,00 Uhr wurde das Boot aufgetackelt und um 9,00 Uhr passierten wir das Kap Arkona um weiter auf die offene Ostsee zu den Lachsgründen zu fahren.  

  

Bei herrlichem, aber kalten Wetter wurden die Ruten ausgelegt...

...und nach rund einer halben Stunde erfolgte der erste Biss am unteren Downrigger. Ich übernahm die Rute, aber leider hatte sich der Lachs nicht richtig gehakt, sodass er nach kurzem Drill der Haken ausschlitze. In der Folge tat sich nichts mehr, der plötzliche Wetterumschwung hatte wohl den Fischen auf den Magen geschlagen. Auch die anderen Boote hatten wenig Erfolg, wie man über Funk mithören konnte. So ging es am ersten Tag gegen 18,00 Uhr ohne Fisch zurück in den Hafen.

      

Am Freitag sollte der Wind von Nordost auf West drehen und auf 3 - 4 bft. auffrischen. Perfekte Bedingungen, da jetzt auch eine Welle von ca. 0,5m herrschte. Wir haben die Erfahrungen gemacht, dass „Ententeichwetter“ zwar sehr angenehm zum Fahren und gut für den Magen ist, der Lachs aber doch lieber bedecktes und bewegtes Wasser mag. Vielleicht kann der Lachs bei ruhigem Wetter auch den Köder besser inspizieren und sich zweimal überlegen, ob er den vermeintlichen Leckerbissen nimmt. Wenn Bisse bei ruhigem Wetter kamen, dann bisher nur auf Downrigger, während bei bewegtem Wasser die Oberflächenköder mehr punkten konnten. Hier erfolgten die meisten Bisse auf die am flachsten laufenden Köder an den hinteren Sideplanern.      

Freitag morgen also wieder zeitig aufgestanden und um 8,00 Uhr befanden wir uns auf dem Wasser. Unser Weg ging diesmal weiter Richtung Westen, wo auch die meisten anderen Boote unterwegs waren. Wir setzten an der 43 m Linie an und zogen unsere Kreise. Während auf den anderen Booten bereits das eine oder andere Mal gedrillt wurde, blieb es bei uns noch ruhig. Doch gegen 13,00 Uhr erfolgte dann endlich der ersehnte Biss und ich bekam meine zweite Chance. Dieser Fisch hatte wie so oft den Laxspoon am hinteren Brettchen genommen und nach ca. 10 Min. konnte Christoph den ersten Lachs der Tour mit ca. 8 kg keschern.

Kaum war der Fisch versorgt, kam auch schon der nächste Biss. Wieder auf den flach laufenden Blinker am hinteren Brettchen. Und dieser Fisch war deutlich besser. In einer ersten Flucht riss der Lachs ca. 100 m Schnur von der Rolle und Christoph hatte Mühe, ihn zu stoppen. Nach einigen Minuten, wo Christoph kaum einen Meter Schnur gewinnen konnte, setzte der Lachs zu einer weiteren Flucht an, die wieder etliche Meter Schnur kostete. Als der Spulenkern bedrohlich näher kam, erhöhte Christoph den Druck auf den Fisch und konnte so nach und nach Schnur zurückgewinnen.

Das wir uns im Drill befanden, bekamen auch einige andere Boote mit, die teilweise sehr dicht an uns vorbei fuhren. Ein Boot kreuzte sogar, und es fehlte nicht viel, dass es über den im Drill befindlichen Lachs gefahren wäre. Liebe Trollingfreunde, dass gehört sich nicht! Ihr könnt nicht sehen, wo der Fisch ist. Haltet doch bitte den entsprechenden Abstand. Dieser Fisch ist gehakt und beißt kein zweites Mal. Den Punkt kann man auch anfahren, wenn das drillende Boot weiter entfernt ist. Vielen Dank!

Nach einer halben Stunde hatte Christoph den Fisch dann endlich nahe am Boot. Längst war uns klar, dass das der neue Bootsrekord sein könnte. Der stand bisher bei 14,8 kg aus dem Jahre 2013. Nur zeigen wollte sich der Fisch noch nicht, da er mittlerweile abgetaucht war und in der Tiefe stand. Vorsichtshalber hatten wir die Downrigger-Ruten und auch die beiden vorderen Sideplaner-Ruten aus dem Wasser geholt, damit der Fisch nicht in die anderen Schnüre schwimmen konnte. Nach mühevollem Hochpumpen durchschnitt eine große Schwanzflosse 20 m hinter dem Boot die Wasseroberfläche. Endlich war der Lachs an der Oberfläche, aber er gab sich noch nicht geschlagen. Mehrmals tauchte er noch ab, aber nach gut einer Stunde Drill konnten wir ihn schließlich keschern. Gerade als die Maschen den Fisch aufnahmen, schlitzte der Haken aus. Puh, Glück gehabt:

 Vor uns lagen rund 14kg pure Kraft. Personal Best für Christoph, Bootsrekord jedoch knapp verfehlt. Trotzdem ein geiler Drill und glücklicher Fänger.

 

Wir waren inzwischen weit vom Fangplatz entfernt und die Wellen wurden immer höher, sodass wir uns entschieden, nicht wieder zurück, sondern noch einen Platz dichter zum Hafen hin anzufahren. Hier ging jedoch nichts mehr, sodass wir gegen 18,00 Uhr im Hafen einliefen. Auch die anderen Boote hatten deutlich besser gefangen als am Vortag.

Für den Samstag hieß es ebenfalls wieder früh raus, da ab Mittag der Wind extrem auffrischen sollte. Innerhalb von einer Stunde sollte es von 1 bft. auf eine 8 bft., in Böhen 9 bft. gehen. Wir entschieden uns nach Osten zu fahren um ggf. mit der Welle zurück zum Hafen kommen zu können. Aber hier tat sich nichts, wieder Ententeich und kaum Heringsschwärme auf dem Echolot. Nur diese völlig erschöpfte Singdrossel leistete uns fast eine Stunde Gesellschaft.

                   

Um 12,30 Uhr packten wir dann zusammen und fuhren zurück. Gerade noch rechtzeitig, denn der Sturm kam so schnell und mit solch einer Wucht, dass es draußen echt ungemütlich geworden wäre. Zum Glück hatten alle Boote den Wetterbericht verfolgt und kamen ohne Probleme rein. So klang der Abend bei einem schönen Fischessen in der „Schaabe“ aus.

Am Sonntag war eigentlich Abreise, aber der Wind sollte so schnell wieder verschwinden, wie er gekommen war. Also entschieden wir uns, doch noch zu fischen und dann gegen 17,00 Uhr die Heimreise anzutreten. Zudem fehlte ja noch Thorsten das Erfolgserlebnis. Doch die Ernüchterung folgte am Morgen. Draußen „wippte“ der Horizont, dass waren definitiv noch viel zu hohe Wellen. Einige Boote wagten es trotzdem, aber mehr als Schritttempo war nicht drin. Die meisten warteten noch bis 11,00 Uhr. Dann hatten sich die Wellen soweit gelegt, dass eine Ausfahrt mehr Sinn machte. Für uns jedoch nicht mehr, dass hätte sich nicht mehr gelohnt. Also holten wir das Boot aus dem Wasser und traten die Heimreise an.

Während es für mich jetzt im April mit den anderen Teammitgliedern nach Norwegen geht, fahren Christoph und Thorsten im April noch mal nach Rügen. Dann hoffentlich mit besseren Wetterverhältnissen und dem neuen Bootsrekord? Sie werden berichten...

tight lines

Mark